Bachelor

Um einmal einen groben Überblick über den Bachelor der Chemie in Göttingen zu erhalten stellen wir Euch hier einen beispielhaften Verlauf des Chemiestudiums, der bei Bestehen aller Prüfungsleistungen zum Absolvieren des Bachelorstudiums des forschungsorientierten Profils in sechs Semestern führt.

 

Das Chemiestudium beginnt im ersten Semester mit vier wesentlichen Veranstaltungen, „Einführung in die Allgemeine und Anorganische Chemie“(AC-0), „Einführung in die Physikalische Chemie“(PC-0), „Mathematik für Chemiker I“ und „Experimentalphysik I für Nebenfach“. Dabei sind die beiden zuerst genannten Veranstaltungen begleitet von einem Praktikum. Das Praktikum zu AC-0 findet mittwochs oder freitags statt, es müssen in der Regel fünf Versuche durchgeführt werden, die abschließend in einem Skript mit Zusatzfragen protokolliert werden. Dieses Skript muss wöchentlich zur Korrektur abgeben werden. Pro Versuch bestehen drei Verbesserungsversuche und am Ende des Semesters müssen alle Versuche testiert sein, um an der Abschlussklausur teilnehmen zu dürfen. AC-0 sollte bestanden werden, da man sonst am „Anorganisch-Chemischen Grundpraktikum“ im zweiten Semester nicht teilnehmen darf. Das Praktikum zu PC-0 findet alle zwei Wochen statt. In den anderen Wochen liegt auf diesem Termin eine zweistündige Übung zur Vorlesung. Es werden über das Semester sechs Versuche durchgeführt, zu welchen in der folgenden Woche ein Protokoll abgegeben wird. Dieses muss spätestens nach der dritten Abgabe testiert werden, andernfalls gilt das Praktikum als nicht bestanden. Um an der Klausur teilnehmen zu dürfen, sind neben den sechs testierten Protokollen entweder 50% richtig bearbeitet Übungsaufgaben und/oder 50% der Punkte aus den in den Übungen geschriebenen Kurztests erforderlich. Diese Bedingungen variieren jedoch nach dozierendem Professor. Die Praktikumsprotokolle sollten auf jeden Fall testiert sein, um im dritten Semester am „Physikalisch-Chemischen Grundpraktikum“ teilnehmen zu können. In „Mathematik für Chemiker“ und „Experimentalphysik I für Nebenfach“ muss jeweils eine Klausur am Ende des Semesters bestanden werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in „Experimentalphysik I für Nebenfach“ 50% der Übungsaufgaben aus dem Semester bearbeitet werden müssen. Zudem ist dieses Modul Zugangsvoraussetzung für das „Physikalische Praktikum für Nichtphysiker“.

 

Im zweiten Semester kann man sechs oder wahlweise sieben Module belegen. Diese sind „Anorganische Stoffchemie I“, „Mathematik für Chemiker II“, „Experimentalphysik II für Nebenfach“, „Chemisches Gleichgewicht“, „Einführung in die Organische Chemie“, „Anorganisch-Chemisches Grundpraktikum“ und „Physikalische Praktikum für Nichtphysiker“. Das letztgenannte Praktikum kann auch im dritten Semester absolviert werden. Es wird mittwochs und freitags angeboten. Um die ersten fünf Module zu bestehen, muss am Ende des Semesters eine Klausur bestanden werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zugangsvoraussetzung für „Chemisches Gleichgewicht“ das Erreichen von 50% der Punkte aus den in der Vorlesung geschriebenen Kurztests ist. Außerdem ist „Chemisches Gleichgewicht“ Zugangsvoraussetzung für das „Physikalisch-Chemische Grundpraktikum“. „Mathematik für Chemiker I“ und „Mathematik für Chemiker II“ sind Zugangsvoraussetzung für „Atombau und chemische Bindung“. „Einführung in die Organische Chemie“ ist Zugangsvoraussetzung für das „Organisch-Chemische Grundpraktikum“ und die Vorlesung „Mechanismen in der Organischen Chemie“. Am meisten Zeitaufwand dürfte man im zweiten Semester jedoch für das „Anorganisch-Chemische Grundpraktikum“ aufwenden. Dieses findet an vier Tagen (Mo-Do) in der Woche statt und es müssen bis zum Ende des Semesters die Qualitative Analyse und die Quantitative Analyse korrekt durchgeführt sowie die Präparate hergestellt werden.

 

Im Dritten Semester knüpfen üblicherweise die Module „Anorganische Stoffchemie II“, „Methoden der Chemie I“, „Toxikologie für Studierende der Chemie“, „Rechtskunde für Chemiker“, „Atombau und Chemische Bindung“ und das „Physikalisch-Chemische Grundpraktikum“ an. Das Praktikum findet einmal die Woche an zwölf Versuchstagen statt. Zur darauffolgenden Woche muss ein Versuchsprotokoll angefertigt werden und auch hier muss es nach spätestens der dritten Abgabe testiert werden. Das Praktikum wird in Zweiergruppen absolviert. Zum Bestehen des Praktikums müssen am Ende des Semesters zwölf testierte Protokolle nachgewiesen werden. Üblicherweise ergibt sich aus der Anordnung des Praktikums und der Vorlesung ein eher „entspannteres“ Semester. Da im Laufe des Bachelorstudiums jedoch noch 10 Credits im Bereich der Schlüsselkompetenzen nachgewiesen werden müssen, bietet sich gerade das dritte Semester hierfür an. Zusätzlich besteht die Möglichkeit am sogenannten „FoLL“-Projekt teilzunehmen. Hierbei handelt es sich um das „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“-Projekt, bei dem eine Gruppe an Bachelorstudenten für ein Semester an einem Forschungsthema arbeiten kann. Außerdem besteht im dritten Semester die Möglichkeit das Modul „Chemische Reaktionskinetik“, welches üblicherweise im fünften Semester absolviert wird, zu belegen. Dies kann das dritte Semester etwas aufblähen, führt gleichzeitig aber zu etwas Endstraffung des fünften Semesters. Zum Abschluss der Vorlesungen wird eine Klausur geschrieben. Bei erfolgreichem Bestehen der Module „Rechtskunde für Chemiker“ und „Toxikologie für Studierende der Chemie“ kann außerdem im anschließenden Sommersemester der „Sachkundenachweis gemäß § 5 ChemVerbotsV“ erbracht werden. Hierzu muss eine zweistündige Klausur bestanden werden. Im Vorfeld wird dazu ein Fragenkatalog in der zugehörigen Stud.IP-Veranstaltung hochgeladen.

 

Im vierten Semester finden die Vorlesungen „Reaktionsmechanismen in der Organischen Chemie“, „Metallorganische Chemie“, „Festkörper und Materialien“, „Methoden der Chemie II“ sowie „Molekülzustände und ihre Spektroskopie“ statt. Zu den Vorlesungen muss am Ende des Semesters jeweils eine Klausur bestanden werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Vorlesung „Methoden der Chemie II“ in einem zweieinhalbwöchigen Blockkurs in den Sommersemesterferien abgehalten wird. Zusätzlich findet im vierten Semester das „Organisch-Chemische Grundpraktikum“ statt. Dieses Praktikum findet von Montag bis Donnerstag statt. Es müssen zehn Synthesestufen mit testiertem Versuchsprotokoll angefertigt sowie ein Zweikomponentengemisch mittels Säulenchromatographie getrennt und charakterisiert werden. Hierzu ist ebenfalls ein Protokoll anzufertigen. Zudem findet zum Praktikum ein verpflichtendes Seminar statt, in dem ein Vortrag zum Bereich der Organischen Chemie gehalten werden muss. Die Themen werden im Vorfeld in der zugehörigen Stud.IP-Veranstaltung hochgeladen. Die Vorträge werden zu zweit gehalten. Des weiteren werden zum Praktikum in regelmäßigen Abständen (i.d.R. zwei bis drei Wochen) Zwischenklausuren zum Thema „Reaktionsmechanismen in der Organischen Chemie“ geschrieben. Insgesamt ergeben sich dadurch fünf Klausuren über das Semester verteilt. Ein Nicht-Bestehen führt zum Unterbrechen der Praktikumsarbeit, die erst nach einer bestandenen mündlichen Prüfung beim jeweiligen Assistenten oder bei zweimaligen Nicht-Bestehen beim dozierenden Professor wiederaufgenommen werden darf. Ein dreimaliges Nicht-Bestehen gilt für das Praktikum als nicht bestanden. Zum Abschluss des Praktikums muss ein ca. zweiseitiges Abschlussprotokoll angefertigt werden.

 

Im fünften Semester finden die Vorlesungen „Chemische Reaktionskinetik“ (falls nicht vorgezogen), „Organische Stereochemie“ und zwei von vier Wahlpflichtmodulen statt. Die vier Wahlpflichtmodule lauten „Einführung in die Theoretische Chemie“, „Einführung in die Biomolekulare Chemie“, „Einführung in die Makromolekulare Chemie“ und „Einführung in die Katalysechemie“. In den gewählten Wahlpflichtmodulen und den beiden Pflichtvorlesungen müssen am Ende des Semesters jeweils eine Klausur bestanden werden. Dazu ist zu berücksichtigen, dass in „Einführung in die Biomolekulare Chemie“ 50% der Übungsaufgaben bearbeitet werden müssen, um an der Klausur teilnehmen zu dürfen. Zusätzlich findet seit dem WiSe 17/18 im fünften Semester neben dem „Anorganisch Chemischen Synthese“-Praktikum das „Angewandte Organische Synthese“-Praktikum statt. Das „Anorganisch Chemische Synthese“-Praktikum wird von Montag bis Freitag angeboten. Es müssen in Partnerarbeit sechs Präparate synthetisiert und charakterisiert werden. Abschließend findet eine mündliche Prüfung bei einem Professor aus der Anorganischen Chemie mit den testierten Protokollen zu den sechs Präparaten statt. Ähnlich verhält es sich mit dem „Angewandte Organische Synthese“-Praktikum. Dieses Praktikum findet allerdings nur von Montag bis Donnerstag statt und zusätzlich zu den sechs Präparaten müssen ein HPLC-Versuch und ein GC/MS-Versuch durchgeführt werden. Diese Versuche werden in Vierergruppen durchgeführt und zu jedem Versuch muss jeweils ein Protokoll angefertigt werden. Abschließend findet eine mündliche Prüfung bei einem Professor aus der Organischen Chemie statt. Hierzu müssen wieder die testierten Protokolle mitgebracht werden. Die Praktika finden in zwei Durchgängen statt, sodass man entweder in der ersten Hälfte des Semesters das „Angewandte Organische Synthese“-Praktikum oder das „Anorganische Chemische Synthese“-Praktikum macht und in der zweiten Hälfte des Semesters das Fehlende. Zusätzlich besteht die Möglichkeit das „Anorganische Synthese“-Praktikum auch in den Semesterferien des vorangegangenen Sommersemesters zu machen. Für das „Anorganisch Chemische Synthese“-Praktikum muss das Bestehen des „Anorganisch Chemischen Grundpraktikum“ und des „Organisch-Chemischen Grundpraktikums“ nachgewiesen werden, für das „Angewandte Organische Synthese“-Praktikum muss nur das Bestehen des „Organisch-Chemischen Grundpraktikums“ nachgewiesen werden.

 

Im sechsten Semester knüpft zum Abschluss des Bachelorstudiums die Bachelorarbeit an. Diese kann in einem der Arbeitskreise der Fakultät Chemie angefertigt werden, es ist aber auch möglich sie in einem Betrieb oder an einem der Max-Planck-Institute anzufertigen. Nähere Informationen hierzu auch unter: http://www.uni-goettingen.de/de/bachelorarbeit/515542.html. Zusätzlich muss die Veranstaltung „Grundlagenwissen der Chemie im Überblick“ bestanden werden. In diesem Modul muss ein 20-minütiger Seminarvortrag in einem der Bereiche Organische Chemie, Physikalische Chemie oder Anorganische Chemie gehalten werden. In den übrigen beiden Bereichen muss eine 15-minütige mündliche Prüfung bestanden werden. Eine regelmäßige Teilnahme an den drei Seminaren ist Prüfungsvorleistung. Zusätzlich können im sechsten Semester neben der Bachelorarbeit noch Schlüsselkompetenzen erworben werden.

 

Als Schlüsselkompetenzen bieten sich unter anderem verschiedene Sprachkurse (vor allem Englisch), „Computeranwendungen in der Chemie“, „Grundlagen der Radiochemie“, „Computergestützte Datenanalyse“ oder das FoLL-Projekt an.

 

Die Prüfungsordnung findet Ihr hier.

Weitere wichtigen Infos auch zu Schlüsselkompetenzen, Bachelorarbeit ...usw. findet Ihr auf der Seite der Fakultät.